
Rund um den Alten Pfarrhof Steinbach an der Steyr hat sich heuer eine neue lokale Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) gebildet. Möglich wurde das Projekt durch engagierte Menschen, unterstützende Rahmenbedingungen und die Idee, nicht zu warten – sondern einfach anzufangen.
Initiator Carlo Neuhuber und das Fachteam Schöpfungsgerechtigkeit wollten ein sichtbares Zeichen setzen: für aktives Handeln, für gemeinschaftliche Lösungen. Im Sinne von „Wege entstehen beim Gehen“ entschied sich die kleine Gruppe, dieses Vorhaben mutig anzupacken. Teil einer Energiegemeinschaft zu sein, stärkt nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Siedlung, sondern rückt auch die Ermächtigung des eigenen Handelns in den Mittelpunkt. Ein wesentliches Argument bleibt außerdem: Alle Mitglieder profitieren durch Kosteneinsparungen oder besseren Einspeisekonditionen.
Wie die Energiegemeinschaft funktioniert
Die Pfarrhofsiedlung hat eine lokale EEG gegründet – eine Form, bei der alle teilnehmenden Haushalte über dieselbe Trafostation versorgt werden. Dadurch bleibt der Strom vor Ort und muss nicht ins Hochspannungsnetz eingespeist werden. Das spart Kosten und sorgt dafür, dass lokaler Strom fair verteilt wird.
Ein Jahr nach dem ersten Treffen kann die Gemeinschaft bereits beachtliche Erfolge vorweisen:
35 Mitglieder sind derzeit aktiv beteiligt (rund 75 Haushalte wären möglich).
In nur zwei Abrechnungsquartalen wurden 4.261 kWh lokal erzeugter Strom innerhalb der Gemeinschaft geteilt – 100 % erneuerbar, 100 % regional.
Die Tendenz ist eindeutig steigend.
Der Vorstand ist überzeugt: „Unsere Energiegemeinschaft sorgt für günstigen, lokalen Strom – und stärkt gleichzeitig die Verbundenheit in der Siedlung.“
Erfolgsfaktoren des Projekts
Starke soziale Strukturen – persönliche Kontakte in der Siedlung erleichtern die Ansprache.
Steigende Strom- und Netzgebühren – ein Thema, das viele betrifft.
Vorhandene Infrastruktur – die Nachhaltigkeitsschmiede und der Alte Pfarrhof als Treffpunkt.
Unterstützung durch die KEM-Region – fachliche Begleitung im Klimaschutz.
Und das Wichtigste: Die fachkundige Begleitung durch Florian Neuhuber, der kurz zuvor bereits eine lokale EEG in Garsten gegründet hat.
Einladung zum Mitmachen und Nachmachen
Die EEG Pfarrhofsiedlung möchte ihr Wissen aktiv weitergeben – an alle, die überlegen, selbst ein Projekt zu starten. Gründe gibt es viele: hohe Strompreise, niedrige Einspeisetarife oder einfach der Wunsch, gemeinsam etwas Sinnvolles zu bewegen.
Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich über das Kontaktformular melden: https://eeg-pfarrhofsiedlung.at/

